in reply to Rainer Mühlhoff

#Alt4You

Ich habe heute meine Teilnahme an der Theaterproduktion „Prozess gegen
Deutschland“ von Milo Rau (13.-15.02.2026, Thalia Theater Hamburg) abgesagt.
Die Liste der beteiligten Personen wurde mir erst fünf Tage vor der Veranstaltung
bekannt gegeben FR Stunden vor Ihrer Veröffentlichung im Internet. Sie
umfasst mehrere Akteure aus dem ultrarechten und radikalisierten konservativen
Spektrum, über deren Mitwirkung ich zum Zeitpunkt meiner Zusage nicht
informiert war. Hätte ich die Liste gekannt, hätte ich nicht zugesagt. Das Thalia
Theater bietet mit diesem Format extremistischen Stimmen eine Bühne, die
methodisch an der Erosion unserer Demokratie und Diskussionskultur arbeiten.
Dies trägt zur Normalisierung neu-echter, rechtsradikaler und
menschenverachtender Positionen in der gesellschaftlichen Debatte bei. Die
Legitimierung als vermeintlich gleichberechtigte Standpunkte innerhalb eines
„Prozesses“ ist schädlich für Demokratie und Rechtsstaat. Sie unterstützt die
bekannte Strategie ultrarechter Diskursverschiebung. Das Format eines
theatralen Prozesses mit „echten“ Expert:innen, Zeug:innen, Richter:innen etc.
täuscht über die Tatsache hinweg, dass einige der eingeladenen Personen aktiv
daran arbeiten, unsere rechtsstaatlichen Institutionen zu schwächen oder
abzuschaffen. In das Thalia Theater eingeladen zu werden, ist für diese Akteure
bereits für sich ein Coup. Kunst darf und sollte provozieren. Bei dem geplanten
Format überwiegt aus meiner Sicht allerdings die symbolische Aufwertung
extremistischer Positionen, an der ich nicht beteiligt sein möchte.

in reply to Schlüssellochkind 👁️

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in reply to Der Geist aus dem Gerät

@geist Damit es andere nicht auch noch anklicken müssen, hier die Liste wie sie aktuell (13.2.26 16:30) von "thalia-theater .de/de/stuecke/prozess-gegen-deutschland" angegeben wird:

Vorsitzende Richterin

  • Herta Däubler-Gmelin

Beisitzer

  • Benjamin Däubler

Gerichtsdienerin

  • Songül Eroglu

Ankläger:innen

  • Gabriele Heinecke
  • Andreas Speit

Verteidigung

  • Liane Bednarz
  • Frédéric Schwilden

Gerichtsreporter:innen

  • Daniel Herder
  • Christoph Rybarczyk
  • Anika Würz

Eröffnungsredner:innen, Auskunftspersonen, Expert:innen

  • Michel Abdollahi
  • Erik Ahrens aka Andrew Y
  • Joram Bejarano
  • Eva Berendsen
  • Michael Bouteiller
  • Carsten Brosda
  • Joana Cotar
  • Robert Farle
  • Kathrin Groh
  • Ingo Hasselbach
  • Peter Hoeres
  • Andreas Kemper
  • Feroz Khan
  • Aaron Korn
  • Jens Lehrich
  • Harald Martenstein
  • Rainer Mühlhoff
  • Susan Neiman
  • Wolfgang Palaver
  • Jean Peters
  • Frauke Petry
  • Leonie Plaar
  • Kay Ray
  • Andreas Rödder
  • Gilda Sahebi
  • Valentin Schwarz
  • Jason Stanley
  • Pauline Voss
  • Volker Weiß

Hamburger Jury

  • Denise Bellmann
  • Verena Dittrich
  • Michael Raab
  • Arnold Rautenberg
  • Liam Sielaff
  • Nils Tetzner
  • Helena Untiedt

Regie und Idee

  • Milo Rau

Recherche, Casting & Dramaturgie

  • Mia Massmann
  • Robert Misik

Bühne und Ausstattung

  • Constanze Bieber
  • Anton Lukas

Video-Konzept

  • Moritz Von Dungern

Video/ Live-Kamera

  • Florian Baumgarten

Live-Kamera

  • Martin Prinoth
  • Lilli Thalgott

Live-Videoregie

  • Julian Besch

Lichtdesign

  • Susanne Stoltzenberg

Produktionsleitung

  • Cesca Carnieer
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in reply to Rainer Mühlhoff

ausgezeichnet, Applaus, so muss das. Wenn du dich jetzt noch mit anderen nicht-faschistischen Teilnehmenden zusammentust, stehst du mit dieser Absage nicht allein da, wäre doch geil.

Und nun noch etwas anderes: der Alt-Text ist ein Schlag ins Gesicht von screenreader usern. Es gibt eine Funktion, die dir den Text aus dem Bild in den Alt-Text schreibt, du kannst diesen toot und seinen Alt-Text jederzeit bearbeiten.

in reply to Tod dem Faschismus

@Tod dem Faschismus Jenseits des eigentlichen Beitrags zur Funktion bzgl. des Alt-Texts, die Du ansprichst: Ist das eine Mastodon-Funktion oder etwas, was ich auch für Friendica etc. nutzen könnte? Ich schreibe die Texte in Bildern bislang immer ab, wenn copy-pasten nicht klappt. Das wäre eine große Vereinfachung, wenn es dafür was Unaufwändigeres gäbe.